Die Kunst Matrix-Fragen zu entwerfen

iStock_000045355440Small-copy-300x213Matrix-Fragen sind sinnvoll, wenn viele Fragen zu einem bestimmten Themenkomplex hintereinander mit denselben Beantwortungsoptionen gestellt werden müssen. Bei dieser Form werden ähnliche Fragen in einem Raster angeordnet. So ist es leichter, die Umfrage zu entwerfen.

Gleichzeitig besteht aber auch die Gefahr, zu viele Fragen mit zu vielen Antwortoptionen zu stellen. Was ist also die richtig Größe für Matrix-Fragen? Wie viele Antwortoptionen sollte man nutzen und wie sollte man sie gestalten, wenn es eine große Zahl an Fragen gibt?

 

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Es ist wichtig, den Einsatz von Matrix-Fragen auf ein Minimum zu begrenzen, gerade weil sie eine große Datenmenge produzieren und so die Auswertung erschweren. Auch für die Umfrageteilnehmer kann diese Frageform sehr ermüdend sein und es besteht die Gefahr, dass deswegen die Abbruchrate hoch ist. Die Ergebnisse unserer aktuellen Studie zu diesem Thema können helfen, Matrix-Fragen effektiver einzusetzen.

Wie bestimmt man den richtigen Umfang einer Matrix-Frage?

Bei dieser Studie wollten wir herausfinden, wie die Gestaltung von Matrix-Fragen die Teilnehmer und die Ergebnisse beeinflusst.

Wir stellten 2000 Personen aus unserer SurveyMonkey-Audience-Datenbank dieselben 20 Fragen. Die “Stimme-zu/Stimme-nicht-zu”-Antwortoptionen hatten unterschiedliche Skalengrößen: manche Teilnehmer bekamen 3-stufige Antwortoptionen, andere 5- und einige 7-stufige. Zusätzlich erhielt eine Gruppe fünf Zeilen pro Seite (d.h. sie hatten vier Seiten für die 20 Fragen.), eine andere 10 (2 Seiten mit jeweils 10 Fragen) und die restlichen 20 (eine Seite mit 20 Fragen). Am Ende wurden alle Teilnehmer gebeten, das Layout und den Schwierigkeitsgrad der Umfrage zu bewerten.

Bei den Ergebnissen fokussierten wir uns vor allem auf:

  • Abschlussrate
  • Benötigte Zeit, um die Umfrage abzuschließen
  • Bewertung von Layout und Schwierigkeitsgrad
  • Beantwortungskonsistenz (d.h. waren die Antworten konsistent in Bezug auf andere Antworten bei ein und demselben Teilnehmer. Ein Befragter antwortet z. B. eine bestimmten Frage mit Option B. So sollte er alle Fragen mit ähnlichem Bezug mit B beantworten.)

Was haben wir herausgefunden?

Obwohl alle Teilnehmer dieselben Fragen bekommen haben, hatte das Layout einen großen Einfluss auf unsere Ergebnisse. Wenn die Matrix 5-zeilig pro Seite war, beendeten mehr Teilnehmer die Umfrage und bewerteten sie auch besser als die Varianten mit 10 oder 20 Zeilen pro Seite. Es gab keine Unterschiede bei der Zuverlässigkeit der Antworten und der Zeit, die für die Beendigung benötigt wurde.

Die Ergebnisse sind eindeutig: weniger ist mehr. Auch wenn die Teilnehmer mehrere Seiten nacheinander aufrufen mussten, wurde dieses Layout als angenehmer empfunden, als sich durch 20 Zeilen auf einer Seite zu quälen.

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Wie sieht es mit der Spaltenzahl aus? Hier hängt es sehr davon ab, was gefragt wird. Allgemein sollten eine große Zahl von Spalten vermieden werden. In unserer Studie brachen vor allem die Teilnehmer, die Fragen mit 7 Spalten hatten, die Umfrage ab.

Gleichzeitig gaben die Teilnehmer mit der 3-spaltigen Variante weniger konsistente Antworten. Wahrscheinlich lag es daran, dass diese Befragten durch die stark begrenzte Bewertungsmöglichkeit nicht die Möglichkeit hatten, ein differenzierteres Urteil zu fällen.

Was sind unsere Empfehlungen?

Bei dieser Studie ist die Matrix mit 5 Zeilen und 5 Spalten der klare Gewinner.

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Natürlich ist die Größe der Matrix-Fragen abhängig von der Anzahl der Fragen und der Antwortoptionen, die benötigt werden. Doch generell ist es besser, sie klein zu gestalten.

Eine Matrix sollte nicht mehr als 5 Zeilen pro Seite haben und die Anzahl der Antwortoptionen sollten so gering sein, dass man immer noch relevante Daten erhält. Noch wichtiger ist es, den Teilnehmern die Beantwortung der Umfrage so angenehm und bequem wie möglich zu machen. Niemand möchte sich durch eine Vielzahl von übergroßen Matrix-Fragen quälen.

Mit den Ergebnissen unser Studie wird es jedem gelingen, die besten Daten aus einer Umfrage herauszuholen.

Hast Du noch Anmerkungen oder Fragen zu diesem Thema? Dann hinterlasse uns gerne einen Kommentar oder kontaktiere uns via Twitter.

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