Digitales Marketing: Schrei! Deine! Kunden! Nicht! An!

megaphones

Es gibt so viele Tools für das Digitale Marketing und jedes verspricht, potenzielle Kunden permanent mit Produktinformationen auf seinem Weg durchs Web zu begleiten. Begleiten? Eher verunsichern oder sogar abschrecken, wenn es nach den Konsumenten geht, die an einer Studie des Beratungsunternehmens Forrester Research (hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse) teilgenommen haben. Was Marketing-Abteilungen „cool“ erscheint, ist für normale User oft der blanke Horror.

 

Wenn digitales Marketing als Stalking empfunden wird

Invasive oder aggressive Taktiken wie Retargeting oder Location-based Services haben bei den Studienteilnehmern vor allem eins verursacht – Ärger und Abneigung. Kunden fühlen sich unwohl, wenn sie nach einer Online-Recherche hartnäckig mit Werbung verfolgt werden, die zu ihrer letzten Suchanfrage passt. Auch unaufgefordert in der Nähe eines Restaurants ein personalisiertes Angebot auf sein Smartphone geschickt zu bekommen, obwohl man noch nie dort Gast gewesen ist und auch keine App des Betreibers besitzt, kann ziemlich verstörend sein. Wer solche negativen Erfahrungen mit aggressivem Marketing macht, redet darüber auch im Familien- und Bekanntenkreis oder verbreitet das auch in Social-Media-Kanälen. Genau das haben mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmer gemacht. Die Folgen dieser Marketing-Strategie können also das Image eines Produkts oder Unternehmens beschädigen.

Zurück zum Wesentlichen

Qualität und Nachhaltigkeit werden für den Erfolg von Online-Marketing immer wichtiger, meint Florian Heinemann, Chef des Company-Builders Project A Ventures und mitbeteiligt am Aufbau von Zalando. Aggressives Retargeting locke keinen Neukunden mehr hinter dem Ofen hervor. Klassische Newsletter mit hochwertigem Inhalt würden mehr Erfolg bringen. Auch die klassischen SEO-Methoden hätten ausgedient: „Irgendwelchen Content auf ein Keyword optimiert ins Netz zu stellen, in der Hoffnung, dass das bei Google gut rankt, ist nicht mehr zeitgemäß“, so Florian Heinemann. Für Marketer sei das alles bestimmt sehr anstrengend, aber so werde die Zukunft für erfolgreiches Online-Marketing wohl aussehen.

Erfahre mehr über Kunden, ohne sie zu bedrängen.

Die dauernden „Kauf mich“-Rufe sind also kaum geeignet, nachhaltige Kundenbeziehungen aufzubauen. Es gibt leisere Methoden, die erfolgversprechender sind und sich gerade für kleine Unternehmen eignen. John Hampton ist einer der einflussreichsten Online-Marketer der USA und erfolgreicher Unternehmer. Hier ist eine Zusammenfassung von 5 Tipps, die er hat, um mit Kunden in Kontakt zu kommen und sie für Dein Produkt zu begeistern, ohne sie zu bedrängen:

1. Schön Dich kennenzulernen

Um Deine Kunden kennenzulernen nutze Umfragen. So lässt Du ihnen die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie ihre Daten preisgeben wollen oder nicht. Sie haben also nicht das Gefühl zu etwas gezwungen zu werden. Analysiere auch ihr Feedback in Foren, Social Media und Bewertungsseiten.

2. Halte Deine Kunden auf dem Laufenden

Informiere Deine Kunden über Neuigkeiten zu Deinem Produkt durch Newsletter, Mailings oder auf Social Media. Achte darauf mit Content zu arbeiten, der wirklichen Wert für sie hat. Anbiedern, Aufdrängen oder übertriebenes Anpreisen bringt keine Punkte auf der Sympathieskala.

3. Biete ihnen einen ausgezeichneten Kundenservice

Der Kundenservice ist Dein Mittel, den Kunden zu zeigen, dass sie Dir wichtig sind. Antworte deswegen zeitnah auf ihre Fragen oder Sorgen, die sie auf sozialen Kanälen, Foren, Bewertungsseiten oder direkt per Mail äußern. Wenn ein Kunde Dein Produkt oder Unternehmen kritisiert, bedanke Dich für das Feedback und biete an, Abhilfe zu schaffen.

4. Schaffe Dir Partner

Kooperiere mit anderen Unternehmen. So kannst Du Dich neuen Kundengruppen bekannt machen. Ein Beispiel: Du hast eine Catering-Firma. Du beginnst mit lokalen Geschäften, wie Anwaltskanzleien, Wirtschaftsprüfern oder Immobilienfirmen, zusammenzuarbeiten und versorgst ihre Events mit Deinem Essen. Verteile Flyer unter den Angestellten und sie werden über Mund-zu-Mund-Propaganda Deine Bekanntheit vergrößern. Das kann genauso effektiv sein wie teure Anzeigen oder Kampagnen.

5.  Suche Face-to-Face-Kontakt zum Kunden

Verlasse die digitale Welt und versuche auf ganz altmodische Art Deine Kunden zu treffen: von Angesicht zu Angesicht. Das klingt zwar nach 90iger-Style, ist aber höchst effektiv, denn dieser direkte Kontakt bleibt eher in Erinnerung als das 43. Mailing, das Du rausgeschickt hast. Wenn Du nicht nur online verkaufst, sondern auch einen richtigen Laden besitzt, dann lade Deine Kunden zu Events ein. Auch Messen, Märkte, oder Business-Konferenzen bieten Dir die Chance, direkt zu interagieren. Falls Du keine Zeit dafür hast, biete beispielsweise Skype-Calls oder Webinare an, wenn es zu Deinem Geschäft passt. So vermeidest Du, nur als ein gesichtsloses Unternehmen wahrgenommen zu werden. Auf diesem Weg lernen Deine Kunden die Menschen hinter dem Produkt kennen und können so eine persönliche Beziehung aufbauen. Dadurch steigen Deine Chancen, dass sie Dein Produkt auch weiterhin kaufen und zu treuen Kunden werden, die positiv über Dich berichten.

Mit diesen 5 Strategien kannst Du sicher sein, Deine Kunden nicht zu nerven, wenn Du sie von Deinem Produkt überzeugen willst. Durch Umfragen kannst Du erfahren, wie sie ticken und flexibel und kostengünstig auf ihre Wünsche und Bedürfnisse eingehen.

Hast Du noch Anmerkungen oder Fragen zu diesem Thema? Dann hinterlasse uns gerne einen Kommentar oder kontaktiere uns via Twitter.

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