Tech Open Air: So war der zweite Tag

tao_kopfhoererDie Einführung des Radio war ein ganz wichtiger Schritt für die Demokratisierung von Musik: Von nun an konnte jeder, der einen Rundfunkempfänger besaß, auch Musik hören. Das war zuvor einzig Eliten, die sich Konzertkarten und Tonträger leisten konnten, vorbehalten. Ein ähnliches Demokratisierungspotenzial sieht Elizabeth Markevitch, CEO der Markevitch Media GmbH, in ihrem Projekt IkonoTV: Über diesen TV-Channel wird 24 Stunden am Tag ausschließlich Kunst gezeigt – von mehr als 400 internationalen Künstlern aus mehr als 200 Sammlungen, Archiven und vielen der wichtigsten Museen der Welt.

Am Anfang sei es schwierig gewesen, die Kunstwelt vom Nutzen ihres Projektes zu überzeugen, erzählt Markevitch am zweiten Tag des Tech Open Airs in Berlin während des Talks „The Digital Original or What is the New Live?“. Doch mittlerweile sei IkonoTV angenommen und eine App entwickelt worden. Zudem wird derzeit an einem Streaming-Dienst für Kunst à la Netflix, Spotify & Co gearbeitet. Markevitch erhofft sich, dass so die Hemmschwelle, sich mit Kunst zu beschäftigen, sinkt und somit Kunst genauso selbstverständlich zum Alltag gehört, wie es Musik unlängst geschafft hat.

Das Problem, ein Stück Musik zu hören und unbedingt Titel und Interpreten wissen zu wollen, kennt ja fast jeder. Die digitale Dienst Shazam schafft da seit einiger Zeit Abhilfe: Mit dieser App auf dem eigenen Smartphone wird mit relativ hoher Treffsicherheit der soeben gehörte Song oder Track erkannt. Um diesen Punkt zu gelangen, benötigte es ein hohes Maß an Besessenheit, erklärt Shazam-Gründer Chris Barton. An dem Moment, an dem alle seine Mitarbeiter der Meinung waren, dass dieser Dienst nun bereit sei, der Öffentlichkeit präsentiert zu werden, insistierte er. Ihm reichte die Bibliothek an erkennbaren Titel und die Funktionalität der App noch nicht aus. „Mit Besessenheit in einen Aspekt zu viel zu investieren kann wichtiger sein als Geld, Zeit und Technik.“ Schließlich würde es nur durch einen solchen Drang zu Ergebnissen kommen, die den Endkunden vollkommen überzeugt.

Bibop Gresta, Gründer von Digital Magics, pocht bei seinem Kurzvortrag „From Popstar to Techstar: How to Create a Successful Company From a Passion!“ besonders auf eines: Leidenschaft. Und stellt einen Acht-Punkte-Plan vor, mit dem ein erfolgreiches Unternehmen auf die Beine gestellt werden kann. Am allerwichtigsten sei erst einmal die Basis; nämlich etwas, wofür man sich begeistert und Leidenschaft entwickeln kann. Diese sollte dann auf eine individuelle Art und mit einem Team ebenso motivierter Kollegen umgesetzt werden. Ein Mentor, der an einen und die eigene Idee glaubt ist eben so nicht verkehrt wie genau zu recherchieren, inwiefern es schon einmal ähnliche Ansätze gab und was es für Learnings zu diesem Thema gibt. Eine fehlende Finanzierung sollte am Anfang kein Hinderungsgrund für die Konzeption der eigenen Idee sein. Wichtiger sei es, so global wie möglich zu denken, um den eigenen Ansatz im Vorhinein nicht unnötig zu beschränken. Und nicht zu vergessen: Mit Freude an das Projekt heran gehen.

toa_LOGO2015Na, mit diesem Pep-Talk im Hinterkopf lassen sich doch eigene Ideen noch einmal viel leichtfüßiger angehen.

Unser Bericht vom gestrigen Tech Open Air.

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