Tech Open Air: So war der erste Tag

toaAuf dem „Friedhof der guten Ideen“ vermodern jede Menge Innovationen, die eigentlich genügend Erfolgspotenzial inne gehabt hätten. Woran mag es liegen, dass manche Ideen durchstarten und andere es einfach nicht schaffen? Damit hat sich Patrick Vlaskovits, Gründer von Superpowered und Bestseller-Autor („The Lean Entrepreneur“), in seinem Vortrag „The Medium is The Message: The One Growthhack to Rule Them All“ beschäftigt. Mit diesem Panel startete das Tech Open Air 2015 in Berlin. Diese Tech-Konferenz hat heute angefangen und versammelt Gründer, Technologie-Experten, Wissenschaftler und Künstler, um über diverse Aspekte der digitalen Zukunft zu diskutieren.

In Anlehnung an Marshall McLuhans These „Das Medium ist die Botschaft“ sei der Erfolg einer Idee bzw. eines Produktes davon abhängig, in welchem Kontext diese Innovation präsentiert wird. Denn jede Neuerung sorgt bei Konsumenten zunächst zu einer Verunsicherung – nötig sei eine Brücke, die ihm aufzeigt, warum genau diese Innovation sein Leben verbessert. Während zum Beispiel Tupperware dies im vergangenen Jahrhundert noch ganz analog – durch Tupperware-Partys – schaffte, sind heute andere Wege nötig.

Unternehmen wie Netflix oder Dropbox haben da eine Vorbildfunktion: Statt sich auf Best-Practices zu stützen, haben sie neue Wege gefunden – und zwar mittels Growth Hacking. Dropbox hat beispielsweise seine Bekanntheit erhöht, indem das Unternehmen Mundpropaganda befördert hat: Kunden, die dieses Produkt anderen empfohlen haben, erhielten Incentives. Und das klappte so gut, dass innerhalb von weniger als zwei Jahren die Anzahl der User von 100.000 auf über vier Millionen anstieg.

Oskar Kalmaru, Mitgründer und CMO der App Narrative, übertrug diese These auf Wearables – und den Unterschied dazwischen, eine App oder Smartwatches und Co zu vermarkten. Schließlich könne es bei diesen Produkten keine kostenlose Probezeit geben, die beim Launch einer Software gang und gäbe ist. Drum sei besonders bei solchen Produkten, die Soft- und Hardware in einem sind, eine spezielle Form von Storytelling nötig, um den künftigen Kunden damit an die Hand zu nehmen.

Daniel Haver, CEO von Native Instruments, und Eric Wahlforss, Mitgründer und CTO von SoundCloud, diskutierten über „The Future of Music“. Wichtig war beiden Sprechern, dass über ihre jeweiligen Produkte der Zugang zu Musik für immer mehr User erleichtert wird – und zwar sowohl als Produzent als auch als Konsument. Deshalb sei eine Verschiebung der Plattformen unvermeidlich: Sowohl bei Native Instruments als bei Soundcloud liegt der Fokus immer mehr auf Touchables und Mobile.

Mackenzie Hall hat nach dem Verlust ihres Smartphones versucht, eine Woche ohne klarzukommen. Und hat bemerkt, dass sie sich zunächst nackt und bald wieder mehr bei sich gefühlt hat. Dann nämlich, wenn sie keine Ortungs-App benötige, um von A nach B zu kommen, sondern sich auf den eigenen Orientierungssinn verlassen könne. Im digitalen Zeitalter sei unsere Wahrnehmung von der Technologie programmiert worden, so die Gründerin und CEO von Realign Retreats. Das könne verheerende Folgen haben. In der Tech-Branche habe sie oft folgendes Muster bei Führungskräften entdeckt: „Arbeit, Arbeit, Arbeit, Burn-Out. Und dann geht es wieder von vorne los.“ Was dagegen hilft? Ein „Conscious Life-Design“, das hilft, nicht nur die linke Gehirnhälfte zu aktivieren, die für Logik und Analyse zuständig ist.

toa_LOGO2015Ihre Tipps zur Meditation finden sicherlich auch gute Anwendung zwischen den einzelnen Vorträgen auf dem Tech Open Air. Denn im Veranstaltungsort Teppichfabrik, einer alten Villa in Alt-Treptow, gibt es Reizüberflutung im positiven Sinne – Einblicke, Netzwerke und Zukunftsaussichten, die vielerorts ihresgleichen suchen.

Das Tech Open Air geht noch bis Freitag. Hier findest Du das vollständige Programm und Live-Streams.

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