Kleine Verzerrung, große Wirkung

monkeySusanne und Markus bereiten eine Grill-Party vor. Da sie sich nicht sicher sind, wie viele Hamburger ihre Gäste tatsächlich verputzen werden, verschickt Susanne an alle Eingeladenen eine Umfrage. Als Markus die Ergebnisse checkt, ist er mehr als verwundert: Kein einziger Gast möchte Hamburger essen? Daraufhin liest er Susannes Eingangsfrage:

“Ist es in Deinem Sinne, dass ein wehrloses Tier getötet, gehäutet und zerlegt wird – und ich dazu gezwungen werde, den Geruch von gegrilltem Fleisch einzuatmen und mich davor zu ekeln?”

Markus schüttelt seufzend seinen Kopf, während er ein genervtes „Muss ich denn alles selber machen?“ in seinen Bart murmelt und selber eine Frage formuliert:

“Wollt ihr die lokale Landwirtschaft stärken, in dem ihr hochwertiges Fleisch aus der Gegend in Form von saftigen Burgern verspeist?”

Wer hat denn nun die richtige Frage gestellt?
Tatsächlich keiner von beiden. Warum das so ist? Weil sowohl Susanne als auch Markus tendenziöse Fragen gestellt haben. Diese Art von Fragen beeinflusst die Antworten Deiner Teilnehmer und verzerrt somit das Umfrageergebnis.

Ist das nicht egal?
Naja, nicht wirklich … wenn Deine Teilnehmer nicht ihre eigene Meinung vertreten und stattdessen das antworten, das Du hören willst, haben beide Seiten nichts davon. Das größte Problem dabei ist, dass Du irreführende Daten bekommst. Susannes Fragestellung bewirkt, dass es auf der Party nicht genügend Hamburger geben wird; Markus’ hingegen, dass wahrscheinlich zu viele eingekauft werden. Somit werden entweder nicht alle Gäste satt oder es wird Geld verschwendet – beides nicht im Sinne des Erfinders. Im Falle einer Party mag diese Art von Verzerrung nicht besonders dramatisch sein (obwohl ich persönlich es schon relativ dramatisch finde, wenn ich auf einer Party nicht satt werde), aber wenn es um weitreichende Business-Entscheidungen geht, die auf Deinen Umfrageergebnissen basieren, kann das Risiko schon sehr hoch sein. Unzufriedene Kunden oder Produkte, die Du nicht loswirst, können einem Unternehmen definitiv das Genick brechen. Darüber hinaus verspielst Du Dir mit tendenziösen Fragen jegliche Glaubwürdigkeit – denn solche verzerrenden Fragen gelten gemeinhin als unprofessionell. Das wirft ein schlechtes Licht auf Dein Unternehmen und kostet Dich Geld und Ansehen.

Was Du stattdessen machen sollst?
Du solltest auf jeden Fall sicherstellen, dass sich Deine Umfrage-Teilnehmer wohlfühlen – egal wie sie antworten. Und so sicher gehen, dass sie die Wahrheit sagen. Es gibt ein paar Möglichkeiten, das zu begünstigen:

1. Lass jede unnötige Information weg. Anstatt Deine Ansichten zum Thema Tierrechte oder Landwirtschaft zu äußern, halte Deine Frage kurz und knapp. Wie zum Beispiel so: „Wie viele Hamburger isst Du typischerweise bei einer Grillparty?“ Das gibt den Umfrage-Teilnehmern die Möglichkeit, unbefangen zu antworten.

2. Formuliere Deine Frage ausgewogen. Wie das geht? Indem Du einfach beide Positionen in Deine Fragestellung aufnimmst. Wie zum Beispiel so: „Willst Du Hamburger essen oder bist Du Vegetarier?“ Das signalisiert Deinen Teilnehmern, dass Dir jede Antwort recht ist und Du niemanden seine Meinung übel nimmst.

3. Achte darauf, Deine Umfrage ausgewogen zu gestalten. Manchmal kann es schwer fallen, eine Frage neutral bis ausgewogen zu formulieren. In diesem Fall solltest Du sichergehen, dass Deine Umfrage sowohl positiv als auch negativ konnotierte Fragen beinhaltet. Im Fall von Susanne und Markus hieße dass, dass Du sowohl eine Frage stellen würdest, die auf die Fleischesser eingeht als auch eine für die Vegetarier unter Deinen Gästen.

Was die Moral von der Geschichte ist: Bei der Erstellung von Umfragen solltest Du Deine Meinung besser für Dich behalten. Das ist besser für Deine Daten und für Dein Image.

Sind bei Dir noch Fragen übrig geblieben? Dann hinterlasse uns doch einen Kommentar!

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