Aussehen zählt: Warum die Formatierung wichtig ist

Old Typewriter (Focus on Text)„Lass Dich nicht von Äußerlichkeiten ablenken!“ Das lässt sich immer so leicht sagen. Aber wenn ich zum Beispiel in einem Buchladen stehe, bleibt mein Blick zuerst an Buchcovern hängen, die entweder auffällig oder liebevoll gestaltet sind. Und selbst wenn ich das Buch aufschlage: Auch hier wird mein Eindruck vom Layout, der Typographie, Illustrationen oder sogar der Zitierweise beeinflusst. Ein literarischer Klassiker in einer schön gestalteten Edition wirkt viel ansprechender als derselbe Text in einem gelben Reclam-Heft. Diese Wahl der Formatierungen erzählt ja auch zugleich etwas über die Art der Geschichte, die das Buch beinhaltet. Und zugleich kann die Formatierung über den Inhalt der Worte hinaus der Erzählung noch eine Nuance hinzufügen.

Genauso funktioniert das auch bei Umfragen. Schließlich ist eine Umfrage ja auch eine Art Erzählung – und das Verfassen einer guten Umfrage unterliegt ähnlichen Mechanismen wie das Verfassen eines guten Buchs. Glaub uns, dass Aussehen einer Umfrage macht einen großen Unterschied. Die Art, in der Du Deine Umfrage formatierst, kann auch einen Einfluss auf die Daten, die Du erhälst, haben. Eine durchgängige Formatierung kann sicher stellen, dass Deine Teilnehmer aufmerksam bei der Beantwortung sind; eine schludrige hingegen erhöht die Chancen, dass Deine Teilnehmer die Umfrage abbrechen.

Aber wie soll eine ideale Formatierung denn nun ausschauen? Wir haben eine handliche FAQ-Liste erstellt, in der wir die wichtigsten Fragen zu diesem Thema beantworten. Befolge unsere Ratschläge und Deine Umfrage wird nicht nur schön anzuschauen sein, sondern auch tolle Daten generieren. Also eine Win-Win-Situation für alle!

1. Wie lang darf meine Umfrage sein?
Auf jeden Fall so kurz wie möglich. Damit reduzierst Du die Abbrecherquote unter Deinen Teilnehmern und beugst Satisficing vor. Ideal wäre es, wenn Deine Umfrage nicht mehr als 30 Sekunden in Anspruch nehmen würde. Trotz alledem brauchst Du natürlich ausreichend Fragen um sicher zu gehen, dass Du auch das herausfindest, was Du Dir vorgenommen hast.

2. Wie soll ich meine Umfrage aufteilen?
Wenn Du in Deine Umfrage Seitenumbrüche einbaust, solltest Du thematisch verwandte Fragen auf jeweils einer Seite platzieren. Das ist wieder vergleichbar mit Büchern, die ja auch verschiedene Kapitel mit inhaltlichen Schwerpunkten haben.

3. Wie viele Fragen passen denn auf eine Umfrageseite?
Auf jeder einzelnen Seite sollten Deine Teilnehmer so wenig wie möglich scrollen müssen. Ideal wären weniger als 15 Fragen pro Seite. Aber Vorsicht – gestalte Deine Seiten auch nicht zu kurz.

4. Soll ich auch Ladebalken benutzen?
Besser nicht. Ladebalken sind meistens keine gute Idee, da sich eine Umfrage so für Deine Teilnehmer länger anfühlt – und sie lenken auch nur unnötig ab. Falls Deine Umfrage nur wenige Seiten beinhaltet, kann das die Quote der abgeschlossenen Umfragen erhöhen, kann aber ebenso Deine Teilnehmer dazu animieren, durch deine Umfrage zu hetzen.

5. Soll ich meine Umfrage durchnummerieren?
Davon raten wir eigentlich eher ab – egal, ob Du Deine Fragen oder Deine Seiten durchnummerieren möchtest. Wie bei den Ladebalken lenken Zahlen nur unnötig ab und durch sie kann sich auch die Umfrage wieder länger anfühlen.

6. Soll ich Seitentitel benutzen?
Das kommt ganz drauf an. Seitentitel können großartig funktionieren, wenn sie dem Teilnehmer verständlich machen, warum bestimmte Frage hintereinander gestellt werden. Aber sie können ebenso die Antworten Deiner Teilnehmer verzerren. Wenn Du zum Beispiel eine Seite mit „Riskante Verhaltensweisen“ betitelst, werden Deine Teilnehmer wahrscheinlich nicht so wahrheitsgemäß über ihre Drogenerfahrungen berichten, als wenn Du den Titel „Frühere Verhaltensweisen“ wählst, der weniger wertend wirkt. Am besten entscheidest Du Dich für Titel, die Deinen Teilnehmer helfen, sich zu fokussieren, ohne jedoch eine Verzerrung ihrer Antworten zu begünstigen.

7. Soll ich Seitenbeschreibungen benutzen?
Auch hier kommt es wieder ganz drauf an. Falls sie wirklich hilfreich sind: Ja, gerne. Seitenbeschreibungen können dazu dienen, Anleitungen anzubieten, bestimmte Punkte hervorzuheben oder Deinen Teilnehmern die Zusammenhänge Deiner Umfrage zu erläutern. Aber wenn die Seitenbeschreibung zu lang oder schwerfällig formulierst ist, kann das Deine Teilnehmer abschrecken und die Abbrecherquote erhöhen.

8. Soll ich ein Logo in meine Umfrage integrieren?
Und wieder kommt es ganz drauf an. Logos können wunderbar funktionieren, um Deiner Umfrage einen offiziellen Anstrich zu geben oder um sicherzustellen, dass Deine Teilnehmer einen bestimmten Fokus haben. Aber einLogo kann auch wieder Potenzial für Verzerrungen der Antworten birgen. Bei einer Umfrage zum Thema Alkoholkonsum kann ein Logo einer Wodka-Marke die Ergebnisse anders ausfallen lassen als das Logo eines Anti-Alkoholiker-Verbandes. Denke über diese Konsequenzen nach, bevor Du ein Logo verwendest.

Haben wir irgendwelche Fragen zum Thema Formatierung offen gelassen? Wir freuen uns über Kommentare – und werden sie natürlich umgehend beantworten.

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