Offene Fragen: Mehr Kontext für aussagekräftigere Daten

CR83_SM_NL_Dec_2015_story1_BLOG_v1.1iw-300x300Nach welchem Typ Daten suchst Du in Deiner Umfrage? Das ist eine wichtige Frage, die man sich stellen sollte.

Möchtest Du, dass Deine Antworten genau, quantifizierbar und vorhersagbar sind? Oder möchtest Du Antworten mit mehr Tiefe und Schattierungen, aber weniger Struktur? In der Regel sollte man versuchen, die goldene Mitte zu finden.

Multiple-Choice-Fragen sind hervorragend, um an quantifizierbare Ergebnisse zu kommen, aber wenn man den Teilnehmern die Freiheit gibt, Fragen mit eigenen Worten zu beantworten, kann dies Informationen hervorbringen, die man vorher gar nicht in Betracht gezogen hat.

Dies kann auch dabei helfen, einige Trends zu erklären – die man beobachtet – oder diese zu personalisieren. Dadurch siehst Du Daten aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Mal angenommen, Du möchtest mehr über Deine Teilnehmer herausfinden. Es ist einfach, geschlossene Fragen zu nutzen, um demografische Informationen wie das Alter, das Geschlecht oder die ethnische Zugehörigkeit zu erheben. Aber was passiert, wenn dieselbe Information anders abgefragt wird?

„Erzähl mir von Dir.“

Durch diese Frage erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Du interessantere Antworten bekommt, als einfache demografische Infos. Das ist der Vorteil von offenen Fragen – sie bringen Daten, an die man anders nicht herankommen würde.

Das obengenannte Beispiel kann natürlich nicht die demografischen Standard-Fragen ersetzen, aber es kann eine hervorragende Ergänzung darstellen, um ein differenzierteres Bild von den Teilnehmern zu erhalten.

Offene Fragen: Die Grundlagen

Offene Fragen fordern die Teilnehmer dazu auf, die Antworten in ihren eigenen Worten zu formulieren. Dadurch sind sie geeignet, andere Informationen zu generieren, als in einem Multiple-Choice-Format oder mit geschlossenen Fragen.

Eine gute offene Frage ist immer ein Drahtseilakt: sie soll die Teilnehmer dazu anleiten, nützliche Informationen preiszugeben, aber ihnen immer noch die Freiheit lassen, ihre Antworten so zu formulieren, wie sie es möchten.

Wenn Du eine Umfrage durchführst, bist Du an den individuellen Meinungen und Erfahrungen der Teilnehmer interessiert. Viele dieser Infos können durch Multiple-Choice-Fragen oder Drop-Down-Antwortmöglichkeiten gesammelt werden, in denen die Teilnehmer die Antwort wählen, die am meisten ihren Vorstellungen entspricht.

Diese Art von Fragen sind äußerst nützlich, wenn man qualitative oder quantitative Daten sammeln möchte, welche man aggregieren und analysieren kann. Zum Beispiel, wenn man den Prozentsatz der männlichen beziehungsweise weiblichen Teilnehmer oder die Alterszusammensetzung ermitteln möchte.

Aber vielleicht lassen sich die Antworten auf die Fragen, die Du stellen möchtest, nicht leicht in Schubladen kategorisieren. Was ist, wenn Du Deinen Teilnehmern die Chance geben magst, Feedback abzugeben, Antworten ausführlich zu erklären oder einfach mal Dampf abzulassen? Wenn dies der Fall ist, bieten sich die offenen Fragen an.

Es wird sehr schwierig sein, die Ergebnisse aus offenen Fragen in Charts oder Statistiken zu überführen. Aber Du wirst über diese Antworten mehr über Deine Teilnehmer erfahren. Wenn manche Antworten vermehrt auftauchen, kannst Du eine „Word Cloud“ erstellen, um dieses Ergebnis abzubilden.

Generell bietet es sich an, die grundlegendsten Fragen in einem Multiple-Choice-Format anzubieten, damit diese sich leichter analysieren lassen. Die offenen Fragen können dann hinzugefügt werden, um mehr Tiefe und Schattierungen zu erhalten.

Üblicherweise sind die geschlossenen Fragen so formuliert, dass sie wenig Spielraum lassen (z.B. „Wie alt sind Sie?“, „Was ist ihre Nationalität?“); die offenen Fragen hingegen lassen viel mehr Entscheidungsspielraum (z.B. „Erzähl mir von dir?“).

Was sind mögliche Vorteile der offenen Fragen?

Deine Teilnehmer werden Dich für gewöhnlich überraschen: Eine offene Frage kann völlig neue Erkenntnisse ans Tageslicht fördern.

Ähnlich wie die „Andere“-Option bei einer Multiple-Choice-Frage wird die offene Frage dabei helfen, sämtliche Antwortmöglichkeiten abzudecken. Deine Teilnehmer denken vielleicht an etwas, woran Du nicht gedacht hast!

Den Teilnehmern eine Stimme zu geben kann für sie eine positive Erfahrung sein. Jeder möchte, dass man seine Meinung schätzt.

Was sind mögliche Einschränkungen von offenen Fragen?

  • Sie lassen sich nur schwer analysieren. Wer vorhat, Ergebnisse in Tabellen oder Charts darzustellen, sollte sich nicht auf offene Fragen verlassen.
  • In so einem Fall, müsste man jede einzelne Antwort von Hand kodieren und dies ist zeitaufwendig – und die subjektive Meinung kann einfließen. Stattdessen sollte man offene Fragen als Ergänzung zu Multiple-Choice oder anderen Formaten einsetzen, die den Kern der Umfrage bilden.
  • Sie sind nicht optimal für mobile Anwendungen. Eine Frage, die eine schriftliche Antwort erfordert, ist nur schwer auf dem Smartphone oder dem Tablet zu beantworten. Offene Fragen sind besonders schwierig, weil sie auf eine lange Antwort abzielen – manchmal über mehrere Sätze oder Abschnitte.
  • Zu viele offen Fragen können der Rücklaufquote schaden. Eine offene Frage gründlich zu beantworten, klingt zunächst nach keiner großen Aufgabe – aber es ist gar nicht so einfach, eine unerwartete Frage zu lesen, sich seine Meinung zu bilden und sofort eine schlüssige Antwort zu formulieren.
  • Zu viele offene Fragen können die Teilnehmer verwirren oder einfach ermüden. Dadurch wird es wahrscheinlicher, dass sie mit ihren Antworten fauler werden oder die ganze Umfrage abbrechen. Es empfiehlt sich also, die offenen Fragen gezielt einzusetzen.

Zusammenfassende Empfehlung

Du solltest Dir stets vor Augen führen, welche Art von Daten Du Dir aus einer Umfrage erhoffst. Dies entschiedet nämlich darüber, welcher Fragetyp sich anbietet.

Die besten Umfragen basieren auf einem Mix von Fragetypen, um möglichst unterschiedliche Daten zu sammeln. Ob man nun Kunden um Feedback bittet oder seine Nachbarn befragt; höchstwahrscheinlich sollte man sowohl geschlossene als auch offene Fragen einsetzen. Geschlossene Fragen, um die Zahlen und Fakten für die Analyse zu bekommen und offene Fragen um Details zu sammeln.

Hast Du noch Anmerkungen oder Fragen zu diesem Thema? Dann hinterlasse uns gerne einen Kommentar oder kontaktiere uns via Twitter.

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