90 Prozent der Deutschen lehnen Paid Content ab

Aufgrund sinkender Auflagezahlen im Printbereich sind Verlagshäuser rund um den Globus dazu gezwungen, sich mit dem Thema Paid Content auseinanderzusetzen. Doch inwiefern ergeben solche digitalen Bezahlschranken Sinn? Oder anders gefragt: Sind die User überhaupt bereit, für Online-Inhalte zu zahlen?

Um das herauszufinden, haben wir über 2.500 Menschen in Australien, Deutschland, England, Frankreich und den USA zu ihrem Onlinenutzungsverhalten befragt. Und um eines vorweg zu nehmen: Im direkten Vergleich mit den anderen Ländern stehen die deutschen Konsumenten bezahlten Online-Inhalten am positivsten gegenüber.

Zunächst wollten wir wissen, inwiefern unsere Teilnehmer überhaupt Geld für ihren Medienkonsum ausgeben:

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40 Prozent der Teilnehmer in Deutschland beziehen nach wie vor ein Print-Abo – und stehen damit unter den teilnehmenden Ländern fast an der Spitze: Nur in den USA bezahlen mehr Menschen für ein solches Abo (44,9 Prozent). In Frankreich (30,3 Prozent), UK (30,4 Prozent) und Australien (27,9 Prozent) ist die Bereitschaft um einiges geringer.

Die grundsätzliche Frage, ob unsere Teilnehmer derzeit für Online-Inhalte bezahlen, wurde von fast 90 Prozent mit Nein beantwortet:

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Das klingt erst einmal recht dramatisch. Doch im direkten Vergleich mit den anderen Ländern stehen die deutschen Konsumenten bezahlten Online-Inhalten am positivsten gegenüber. Während 12 Prozent der Deutschen bereits für Online-Inhalte zahlen, sind es in Australien 11,8 Prozent, in den USA 9 Prozent, in Frankreich 6,7 Prozent und in UK 5,8 Prozent.

Trotzdem ist das Ergebnis unserer Umfrage zunächst einmal keine gute Nachricht für die deutsche Medienlandschaft: 64,5 Prozent der befragten Deutschen würden nicht einmal für einzelne Artikel bezahlen, die sie direkt interessieren.

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Wir wollten außerdem wissen, auf welchen Medien Inhalte konsumiert werden. Etwa die Hälfte der Deutschen bevorzugt zwar nach wie vor klassische Print-Medien wie Tageszeitungen (49,7 Prozent) und Magazine (49,1 Prozent), sie sind aber auch elektronischen Medien gegenüber aufgeschlossen. So gaben 44,3 Prozent der deutschen Befragten an, dass ihre Erfahrungen Inhalte über den Computer zu konsumieren sehr gut sind, bei den mobilen Geräten waren es immerhin 28 Prozent. Im internationalen Vergleich stehen die Deutschen damit an erster Stelle:

  • Australier – Computer (36,5 Prozent), mobile Geräte (19,5 Prozent)
  • Engländer – Computer (39,8 Prozent), mobile Geräte (22,1 Prozent)
  • Franzosen – Computer (37,4 Prozent), mobile Geräte (24,2 Prozent)
  • US-Amerikaner – Computer (40,5 Prozent), mobile Geräte (21,6 Prozent)

Wie sieht es bei Dir aus? Bist Du bereit, für Online-Inhalte zu zahlen? Hinterlasse uns gerne einen Kommentar oder kontaktiere uns via Twitter.

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5 Kommentare

  1. Elisabeth Treve says:

    Sehr interessant, aber es gibt einen Unterschied, ob man als Abonnent eines Printmediums für online-Artikel zahlen soll oder als Gastleser. Als Abonnent lehne ich es ab, als Gastleser finde ich es selbstverständlich.

  2. Christoph says:

    Man muss das differenzierter betrachten. Z.B. auf iPad und Android Tablets zahlt man vielleicht selten für Online-Artikel, viele abonieren aber darauf elektronisch Zeitschriften, was letztlich etwas ähnliches ist.
    Ich persönlich zahle gern für einzelne Artikel, wenn sie mir wirklich weiterhelfen, z.B. Testberichte oder Artikel von sehr kompetenten Leuten zum Thema Wirtschaft.
    Für “normale” Zeitungsartikel würde ich nur in seltenen Ausnahmefällen zahlen.

  3. Es kommt auf den Content an. Eine Zeitung kann ihren Abonnenten sicherlich den online-Content kostenlos zur Verfügung stellen. Für Nicht-Abonnenten ist klar, dass sie bezahlen müssen – wenn der Artikel es Wert ist. Im Rahmen von Content-Marketing wird über wertvollen Content Vertrauen aufgebaut, der später dazu führt, dass Bezahlter Content verkauft wird. Die Conversions-Rate ist selten höher als 2-5%. Selbst auf der Basis dieser vermeintlich kleinen Zahlen kann man sehr interessante Geschäftsmodelle umsetzen.

  4. Thomas Krämer says:

    Von den 2500 befragten Personen haben nur rund 500 geantwortet. Wie sieht denn das Verhalten der anderen 80 Prozent, die nicht geantwortet haben, bei Paid Content aus? Insofern ist das Ergebnis der Umfrage doch klar zu relativieren.

    • Kathrin says:

      Lieber Thomas Krämer,

      wir haben die Befragung in fünf verschiedenen Ländern durchgeführt und dort insgesamt 2.500 Personen befragt. Die 506 Antworten, die in den Schaubildern zu sehen sind, beziehen sich nur auf Deutschland.

      Viele Grüße
      Kathrin vom SurveyMonkey Team

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