An wie viele Teilnehmer Du Deine Umfrage schicken musst

MIKROAngenommen Du bist eine große Nummer bei einem Musiklabel und ein Junge namens Kevin kommt mit seinem neuen Song „I Like Popsicles“ in Dein Büro. Du erklärst ihm, dass sich niemand ein Lied über Eis am Stiel anhören wird. Er behauptet, er könne Dich vom Gegenteil überzeugen.

Kevin zeigt Dir eine Umfrage, in welcher er zwei Personen (seine Eltern) befragt hat und 100 Prozent von ihnen finden das Lied super. Was für ein tolles Ergebnis! Du widersprichst ihm höflich: „Kevin, wir verkaufen keine Musik an Deine Eltern, sondern an alle Musikbegeisterten da draußen – beim Thema Deines Songs vielleicht auch nur an musikbegeisterte Kinder.“ Kevin schaut ein wenig traurig: „Okay, wie viele Leute muss ich befragen, um Dich zu überzeugen?“

Das ist eine ausgezeichnete Frage! Wie viele Leute muss Kevin befragen? An wie viele Personen musst Du Deine Umfrage senden? Mit diesen fünf Schritten wirst Du die Antwort auf diese Frage finden:

Schritt 1: Finde die Grundgesamtheit Deiner Umfrage heraus

Zunächst musst Du Dich entscheiden, wer Deine Grundgesamtheit ist. Die Grundgesamtheit ist die Gesamtheit der Leute, die Du mit Deiner Umfrage analysieren möchtest.

Wenn Du zum Beispiel Kevins Song an Kinder und Jugendliche vermarkten möchtest, besteht die Grundgesamtheit aus allen unter 18-Jährigen.

Nun musst Du noch herausfinden wie viele Personen es (ungefähr) in Deiner Grundgesamtheit gibt. In unserem Beispiel gibt es circa 13 Millionen unter 18-Jährige in Deutschland.

Schritt 2: Entscheide, wie präzise Du sein willst

Da Du nicht Deine komplette Grundgesamtheit befragen wirst, wird Deine Umfrage nicht perfekt abdecken können, was diese denkt. Du musst Dich deshalb entscheiden, wie stark Deine Ergebnisse abweichen dürfen. Hier kommt die so genannte Fehlermarge ins Spiel.

Wenn zum Beispiel 90 Prozent Deines Samples Kevins Song hassen, würde eine Fehlermarge von fünf Prozent bedeuten, dass in der Realität zwischen 85 und 95 Prozent der Grundgesamtheit Kevins Song hassen.

Fünf Prozent ist der Standard, der meistens als Fehlermarge genutzt wird, aber Du kannst auch einen anderen Wert zwischen einem Prozent und zehn Prozent verwenden. Achte nur darauf, nicht mit einer Fehlermarge von über zehn Prozent zu arbeiten.

Als nächstes musst Du auf das Konfidenzniveau Deiner Umfrage achten. In anderen Worten, wie sicher willst Du Dir sein, dass die Ergebnisse nicht an Deinem bestimmten Sample lagen? Vielleicht war es voll von Eisliebhabern und Verwandten von Kevin. Wie sicher willst Du sein, dass jedes andere Sample aus Deiner Grundgesamtheit dieselben Ergebnisse liefern würde?

Ein Konfidenzniveau von 95 Prozent bedeutet zum Beispiel, dass Du in 95 Prozent der Fälle die gleiche Anzahl an Leuten hast, die Kevins Song hassen, wenn Du unterschiedliche Samples aus der Grundgesamtheit befragst.

95 Prozent ist der Standard, der beim Konfidenzniveau am meisten verwendet wird, aber Du kannst problemlos einen Wert zwischen 90 und 99 Prozent wählen. Es ist jedoch nicht empfohlen mit einem Konfidenzniveau unter 90 Prozent zu arbeiten.

Schritt 3: Entscheide, wie groß Dein Sample sein sollte

Dein Sample sind die Leute, die tatsächlich an Deiner Umfrage teilnehmen. Nicht jeder, dem Du die Umfrage zuschickst, füllt diese auch tatsächlich aus. Deine Samplegröße ist also nicht die Zahl der Leute, an die Du Deine Umfrage verschickst, sondern die Zahl Deiner beantworteten Fragebögen.

Nun, da du Deine Zahlenwerte aus Schritt 1 und Schritt 2 hast, solltest Du Dir diese praktische Tabelle anschauen, um herauszufinden, wie groß Dein Sample sein sollte. Du kannst auch unseren Sample Size Calculator nutzen, um noch genauere Werte zu bekommen.

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Bei einer Grundgesamtheit von 13 Millionen, wie wir sie in unserem Beispiel haben, bräuchtest Du also 384 Teilnehmer. Liegt die Grundgesamtheit über einer Million, bietet es sich an aufzurunden. In unserem Fall auf 400.

Schritt 4: Schätze Deine Antwortquote

Unter der Antwortquote versteht man den Prozentsatz der Leute, die eine an sie geschickte Umfrage tatsächlich ausfüllen. Natürlich kannst Du die exakte Antwortquote nicht kennen, bevor Du Deine Umfrage versandt hast. Du musst sie jedoch schätzen, um zu wissen an wie viele Personen Du die Umfrage schicken musst.

Die Antwortquote kann von vielen Dingen abhängen, zum Beispiel Deiner Beziehung zu den Teilnehmern, der Länge und Komplexität der Umfrage, Anreizen und dem Thema der Umfrage.

Eine gute Antwortquote bei Online-Umfragen liegt bei 20 bis 30 Prozent. Eine sicherere und konservativere Schätzung ist zehn bis 15 Prozent.

Schritt 5: Berechne, an wie viele Personen Du Deine Umfrage schicken musst

Dieser Teil ist einfach! Teile einfach Deine Zahl aus Schritt 3 durch die Zahl aus Schritt 4.

In unserem Fall benötigen wir 400 Kinder und Jugendliche, welche die Umfrage ausfüllen. Um auf der sicheren Seite zu sein, rechnen wir mit einer Antwortquote von zehn Prozent. Wir teilen also 400 durch 10 Prozent. Das bedeutet, dass wir die Umfrage an 4.000 Personen unter 18 Jahren schicken müssen!

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