Rating versus Ranking

Colorful and eatable sliced cake with different flavor ready to eatEs liegt in diversen Situationen nahe, erst einmal Vergleiche zu ziehen. Sagen wir, Du erzählst einer Freundin bei einem Kaffeeklatsch, wie sehr Du Käsekuchen magst – und sie erwidert: „Magst Du den mehr als Marmorkuchen? Oder Streuselkuchen?“ Und schon ist der Startschuss für eine ausgiebige Diskussion darüber gefallen, wie die einzelnen Kuchensorten nach Geschmack geranked werden …

Deine Umfrage würde dann folgendermaßen aussehen:

Das Problem an der Sache: Eine Ranking-Frage scheint zwar nahe zu liegen, doch birgt sie auch Nachteile. Wenn Du zum Beispiel verschiedene Kuchensorten ranken lässt, weißt Du anschließend, welcher Kuchen lieber als andere gemocht wird – aber nicht, wie viel lieber. Vielleicht mag jemand Marmorkuchen nur ein bisschen lieber als Streuselkuchen, findet Käsekuchen aber doof. Somit erfährst Du über ein Ranking nur die Reihenfolge von Vorlieben – nicht aber die Stärke.

Bleiben wir doch einfach bei den Süßigkeiten, um einen weiteren Nachteil von Rankings zu illustrieren:

Fast jede Person hat ja bei M&Ms eine Lieblingsfarbe und eine, die er oder sie am wenigsten mag. Aber dazwischen sind die Grenzen verschwimmend. Zum Beispiel mag jemand vielleicht Rot am liebsten und Braun am wenigsten. Aber ob nun Gelb besser ist als Grün oder umgekehrt? Das ist den meisten eher egal – und die Wahl könnte an der Stimmung des Teilnehmers, den Farben seines Outfits oder dem Wetter liegen.

Was wir damit sagen wollen? Rankings können relativ schnell problematisch werden. Sobald Du bei einem Ranking mehr als drei Auswahlmöglichkeiten bietest, wird es schnell schludrig und verwirrend. Auch psychologische Auswertungen haben ergeben, dass es für die meisten Menschen eine Herausforderung darstellt, mehr als drei Optionen zu ranken,

Das Problem ist: Wenn Du Deinen Teilnehmern eine Aufgabe stellst, die ein wenig anstrengender ist – wie zum Beispiel sechs Optionen zu ranken -, passiert es häufig, dass diese frustriert werden und anfangen, nicht mehr aufmerksam zu antworten, sondern stattdessen zufällig Antworten anklicken. Nicht nur, dass dadurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Teilnahme an der Umfrage abgebrochen wird – die Daten, die Du so erhältst, werden definitiv verzerrt und so keine gute Grundlage für künftige Entscheidungen sein.

Was Du also stattdessen tun kannst? Nun, das hängt davon ab, warum Du überhaupt diese Fragen stellst.

Fallbeispiel I:

Das Mars-Unternehmen möchte gerne bei den M&Ms die Anzahl der beliebtesten Farbe verdoppeln und die unbeliebteste um die Hälfte kürzen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Farbe am beliebtesten und welche am unbeliebtesten ist.

Lösung: Wenn Du nur wissen willst, was Deine Teilnehmer am liebsten mögen und was am wenigsten, interessiert Dich die Bewertung der Optionen dazwischen nicht. Deshalb solltest Du auch nur mit zwei verschiedenen Fragen herausfinden, wer hop und wer top ist.

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Die Farbe, die am meisten ausgewählt wurde, ist der Gewinner, nach dem Du gesucht hast – und die am wenigsten gewählte Farbe ist der Verlierer in diesem Team.

Fallbeispiel II:

Sagen wir, das Mars-Unternehmen würde den weniger beliebten Farben Geschmacksverstärker hinzufügen, um ihre Beliebtheit zu steigern – je unbeliebter eine Farbe ist, umso mehr Verstärker würde beigemengt werden. Um zu wissen, wieviel Geschmacksverstärker jeder einzelnen Farbe beigefügt werden muss, müsste Mars die Reihenfolge in der Beliebtheitsskala der Farben wissen.

Lösung: Wenn Du wirklich wissen musst, wie jede einzelne M&Ms-Farbe bewertet wird, solltest Du sechs verschiedene Fragen stellen.

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So bewerten Teilnehmer jede einzelne M&Ms-Farbe separat, so dass für jede Farbe ein Durchschnittswert ermittelt werden kann.

Wie einmal wieder klar geworden ist: Jeder Fragetyp hat Vor- und Nachteile – weshalb Du Dir im Vorfeld bewusst sein solltest, was Du genau mit jeder einzelnen Frage herausfinden möchtest.

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