Fragen für Umfragen formulieren: So geht’s

29. April 2025

Erfahren Sie, wie Sie Fragen für Umfragen formulieren, die Ihnen umsetzbares Feedback liefern.

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Ob Sie mit Ihrer Befragung genaue und umsetzbare Daten erfassen, hängt stark davon ab, wie gut die Fragen formuliert sind. Planen Sie genügend Zeit ein, um präzise Fragen zu erstellen, dann haben Sie große Chancen auf aussagekräftige Antworten, die Sie Ihrem Ziel näher bringen. Effektive Fragen stellen klar, wonach gefragt wird, minimieren Verzerrungseffekte und ermutigen die Teilnehmenden, aufrichtig zu antworten.

Mit diesem Leitfaden möchten wir Ihnen bewährte Methoden an die Hand geben, mit denen Sie effektive und erfolgreiche Fragen für Erhebungen und Stimmungsumfragen erstellen, also genau solche Fragen, mit denen Sie nutzbringende und umsetzbare Antworten erhalten. Im Folgenden stellen wir Ihnen 10 Tipps vor, wie Sie optimale Fragen für Umfragen formulieren.

Ihr erster Schritt zur gelungenen Frageformulierung ist die Zielsetzung. Diese dient Ihnen als Grundlage für sinnvolle Umfragen oder nützliche Fragebogen, die die benötigten Daten auch tatsächlich erfassen.

Ihr Ziel könnte beispielsweise die Evaluierung der Mitarbeiterzufriedenheit sein. Oder Sie möchten tracken, wie Ihre Marke wahrgenommen wird. Das Ziel hat auf jeden Fall Einfluss auf die Fragetypen, die Sie in Ihrer Erhebung verwenden werden. 

Angenommen, Sie möchten Brand-Tracking durchführen. Sie können dafür eine CSAT-Umfrage zur Messung der Kundenzufriedenheit oder eine Erhebung zum Net Promoter Score (NPS®) einsetzen, um mehr über Ihre Kund:innen zu erfahren. Diese unterstützen Ihr Ziel, die Markenwahrnehmung zu tracken und die Kundenzufriedenheit zu messen. 

Profi-Tipp: Erläutern Sie Ihre Zielsetzung in der Umfrageeinleitung, damit die Befragten verstehen, warum ihr Feedback wichtig ist.

Bevor Sie auch nur eine einzige Frage erstellen, sollten Sie Ihre Zielgruppe gut kennen. Die demografischen Daten der Befragten haben direkten Einfluss auf den richtigen Ton, die passende Komplexität und das Format für Ihre Befragung.

Nehmen wir als Beispiel eine Lehrkraft, die eine Schülerbefragung erstellen muss: Die Formulierung der Fragen wird sich deutlich unterscheiden, je nachdem ob Fünftklässler:innen befragt werden oder Abiturient:innen.

Darüber hinaus beeinflusst auch der Fragetyp, welche Strategie Sie wählen. Bei einer Pulsbefragung zur Kundenzufriedenheit setzen Sie vielleicht kürzere Fragen ein, die sich auf das Kundenerlebnis beziehen, um einen direkten Eindruck der Kundenerfahrung zu erhalten. Eine akademische Studie hingegeben erfordert oft detailliertere, offene Fragen, um die nötigen qualitativen Ergebnisse zu erzielen.

Profi-Tipp: Die höchste Genauigkeit erzielen Sie, wenn die Fragen allgemein verständlich formuliert sind. Das gilt auch für Zielgruppen mit hohem Fachwissen. Klare Formulierungen sind ein wesentlicher Faktor für verlässliche Ergebnisse.

Sind Sie auf der Suche nach Daten, die sich leicht erfassen und analysieren lassen, dann können Sie mit geschlossenen Fragen erfolgreich sein. Geschlossene Fragen generieren quantitative Daten, die sich zum Messen von Variablen eignen. Die Antworten auf geschlossene Fragen sind immer objektiv und schlüssig. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass die aus diesem Fragetyp abgeleiteten Daten in sehr verständlichen Formaten dargestellt werden können, die die Gesamtprozentsätze der Antworten der Befragten zeigen, idealerweise in Form von Grafiken und Diagrammen.

Offene Fragen generieren qualitative Daten, deren Beantwortung im Vergleich zu geschlossenen Fragen für die Befragten mehr Aufwand und Zeit erfordert. Und qualitative Daten sind oft zeitaufwendiger zu analysieren, da sie keine eindeutigen numerischen Ergebnisse liefern. 

Im Allgemeinen sollten Sie beim Formulieren der Fragen für eine Umfrage versuchen, nicht mehr als zwei offene Fragen pro Erhebung zu stellen. Offene Fragen können zweifellos sehr nützliche Erkenntnisse liefern, aber es ist wichtig, sie strategisch einzusetzen, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen.

Profi-Tipp: Positionieren Sie, wenn möglich, offene Fragen auf einer separaten Seite gegen Ende der Befragung. In diesem Fall können Sie selbst dann, wenn Teilnehmende diese abbrechen, die Antworten auf den vorhergehenden Seiten noch nutzen.

Enthält Ihre Frage eine Meinung, so wird aus Ihrer neutralen Frage eine Suggestivfrage. Suggestivfragen beeinträchtigen die Qualität der Antwortdaten, da sie die Befragten dazu bewegen, nicht ihre tatsächliche Meinung zu äußern, sondern der vorgegebenen zu folgen.

Angenommen, Sie würden folgende Suggestivfrage stellen:

„Wir denken, dass unsere Beschäftigten im Kundenservice wirklich großartig sind. Wie großartig finden Sie sie?“ 

Die Fragestellung vermittelt eine Meinung, der die Befragten zustimmen sollen. Aber wissen Sie denn, ob alle Ihre Befragten Ihre Mitarbeitenden im Kundenservice tatsächlich für großartig halten? 

Möchten Sie Feedback zu Ihrem Kundenservice einholen, dann kann diese Art der Fragestellung ein ernsthaftes Problem sein, da Sie den Befragten nicht die Möglichkeit geben, Ihre Beschäftigten im Kundenservice nicht toll zu finden. 

Sie können Ihre Umfrage wie folgt objektiver formulieren:

„Wie hilfsbereit finden Sie unsere Mitarbeitenden im Kundenservice?“

Profi-Tipp: Achten Sie darauf, keine Formulierungen zu verwenden, die die Antworten beeinflussen können. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob sie neutral formuliert haben, lesen Sie sich die Frage laut vor und fragen sich selbst, ob die vermeintlich „richtige“ Antwort in der Fragestellung suggeriert wird. 

Den Befragten muss es möglich sein, ehrliches und wohlüberlegtes Feedback zu geben. Ansonsten steht die Glaubwürdigkeit der Antworten auf dem Spiel.

Auch die von Ihnen vorgegebenen Antwortoptionen sind eine potenzielle Quelle der Verzerrung.

Angenommen, Sie geben bei der Frage nach der Hilfsbereitschaft der Mitarbeitenden im Kundenservice die folgenden Antwortoptionen vor:

  • Äußerst hilfreich
  • Sehr hilfsbereit
  • Hilfsbereit

In diesem Beispiel gibt es keine Antwortoption für den Fall, dass die Mitarbeitenden nicht hilfsbereit sind. Gute Fragen sind objektiv formuliert. Dazu gehört, weniger einseitige Antwortoptionen einzusetzen. In etwa so:

  • Sehr hilfsbereit
  • Hilfsbereit
  • Weder hilfsbereit noch nicht hilfsbereit
  • Nicht hilfsbereit
  • Überhaupt nicht hilfsbereit

Profi-Tipp: Achten Sie bei Ihren Skalen auf Ausgewogenheit. Wenn Sie zwei positive Optionen geben, sollten Sie auch zwei negative Optionen zur Verfügung stellen, damit die Gewichtung gleich bleibt. Eine ausgewogene Skala sorgt dafür, dass sich die Befragten nicht in eine Richtung gedrängt fühlen. 

Verwirren Sie die Befragten, dann ist das nicht besser als deren Antworten zu beeinflussen. In beiden Fällen entscheiden sie sich für Antworten, die nicht deren tatsächlichen Meinung und Vorliebe entsprechen.

Ein häufiger Grund für Verwirrung ist die sogenannte Doppelfrage. Dabei sollen die Befragten zwei Dinge auf einmal beurteilen. Hier ein Beispiel:

„Wie bewerten Sie unseren Kundenservice und die Zuverlässigkeit unserer Produkte?“

Kundenservice und Produktzuverlässigkeit sind zwei unterschiedliche Themen. Wenn Sie beide in einer Frage vermengen, zwingen Sie die Befragten eventuell dazu, nur einen der Punkte zu beurteilen oder die Frage komplett zu überspringen. In jedem Fall werden Sie kaum eine nützliche oder relevante Antwort erhalten. Ihre Produkte mögen äußerst zuverlässig sein, aber was die Teilnehmenden vielleicht belastet, ist eine schlechte Erfahrung mit dem Kundenservice in der letzten Zeit.

Glücklicherweise lässt sich dieses Problem schnell beheben. Stellen Sie einfach für jedes Thema eine eigene geschlossene Frage:

  • „Wie bewerten Sie unseren Kundenservice?“
  • „Wie bewerten Sie die Zuverlässigkeit unserer Produkte?“

Auf diese Weise können Sie Problembereiche identifizieren und gleichzeitig ein klares Gefühl dafür bekommen, wo Sie die Erwartungen Ihres Kundenkreises erfüllen oder übertreffen.

Profi-Tipp: Wenn Sie sich dabei ertappen, in einer Frage die Wörter „und“ oder „oder“ zu verwenden, überprüfen Sie, ob Sie nicht gerade dabei sind, eine Doppelfrage zu stellen. 

Angenommen, Ihnen werden immer wieder dieselben Fragen gestellt. Irgendwann sind Sie davon genervt, oder? Das passiert unter Umständen, wenn Sie die Fragen ständig nach dem gleichen Schema oder mit immer denselben Antwortoptionen formulieren. Das führt dazu, dass die Befragten entweder die Erhebung abbrechen oder schematische Antworten geben, die sie sich nicht ausreichend überlegen und die deshalb für Sie wertlos sind. 

Leider kann eine gedankenlose Antwort noch mehr Schaden anrichten als gar keine, da sie nicht die wirkliche Meinung der oder des Befragten widerspiegelt. Dieses Problem können Sie proaktiv vermeiden, indem Sie verschiedene Fragetypen einsetzen, die Fragen unterschiedlich formulieren oder ähnliche Fragen weiter voneinander entfernt anordnen. Unsere von Fachleuten entwickelten Mustervorlagen helfen Ihnen dabei, verschiedene Fragen auf unterschiedliche Weise zu präsentieren, um diese Falle zu umgehen. 

Profi-Tipp: Setzen Sie in Ihrer Erhebung mindestens drei verschiedene Fragetypen ein und wechseln Sie diese ab, damit die Teilnehmenden motiviert bleiben. 

Es kann vorkommen, dass die Teilnehmenden nicht alle Fragen beantworten können. Oder es kann sein, dass es Fragen gibt, die sie nur ungern beantworten möchten. Dennoch möchten Sie, dass möglichst viele an der Umfrage teilnehmen und wertvolles Feedback geben.

Behalten Sie das im Hinterkopf, wenn Sie festlegen, welche Fragen unbedingt beantwortet werden müssen. Sind Sie sich nicht sicher, ob eine bestimmte Frage optional oder erforderlich sein soll, dann machen Sie sie optional. Unseren Erkenntnissen zufolge führt Zwang bei den Befragten dazu, dass sie die Beantwortung eher abbrechen oder willkürlich irgendeine Antwort auswählen.

Profi-Tipp: Kennzeichen Sie nur die Fragen als erforderlich, die für das Erreichen Ihres Ziels unerlässlich sind. Alle anderen Fragen sollten optional sein, um möglichst hohe Abschlussquoten zu erzielen und die von Ihnen benötigen Daten gewinnen zu können. 

Für Umfrageersteller gibt es wohl nichts Schlimmeres, als in einer bereits versendeten Erhebung Fehler zu finden. In manchen Fällen müssen Sie die Umfrage deswegen komplett verwerfen und von vorn beginnen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine überarbeitete Befragung zu versenden. Das kann jedoch das Vertrauen und die Beteiligung der Befragten beeinträchtigen und zu einem Szenario führen, in dem einige Teilnehmende die ursprüngliche Erhebung ausfüllen, während andere die überarbeitete Version beantworten. 

Lassen Sie es nicht so weit kommen. Schicken Sie die Befragung vorab an Kolleg:innen, Freundinnen und Freunde oder andere unbeteiligte Personen. Manchmal genügt der Blick einer außenstehenden Person, um Fehler zu entdecken. Lassen Sie die Erhebung von anderen überprüfen, dann können Sie auch potenzielle unbeabsichtigte Voreingenommenheiten ausräumen, die für eine bestimmte Zielgruppe beleidigend oder abstoßend sein könnten.

Profi-Tipp: Bitten Sie Ihre Testgruppe, ihre Gedanken beim Ausfüllen der einzelnen Antworten laut zu äußern. Dadurch erfahren Sie, welche Formulierungen missverständlich sind oder wo bei anderen Probleme auftreten, die Sie selbst beim Testen nicht gesehen haben bzw. nicht sehen konnten. 

Die Länge einer Umfrage hat erheblichen Einfluss auf die Abschlussquote und die Datenqualität. 48 Prozent der Befragten sind bereit, 1 bis 5 Minuten für die Beantwortung einer Feedbackbefragung aufzuwenden. Daher ist es so entscheiden, nur die Fragen zu stellen, die Sie Ihrem Ziel näher bringen. Stellen Sie keine unnötigen Fragen, damit die Erhebung selbst so kurz und überschaubar wie möglich bleibt. 

Profi-Tipp: Füllen Sie Ihre eigene Umfrage aus und halten Sie fest, wie viel Zeit Sie dafür benötigt haben. Sind es mehr als 5 Minuten, sollten Sie einige Fragen entfernen oder Ihre Fragen in zwei verschiedenen Erhebungen unterbringen. 

Für eine erfolgreiche Befragung ist es wichtig, die Fragen so zu stellen, dass die Befragten aufrichtig antworten. Gleichzeitig kommt es darauf an, dass sich die Fragen schnell und bequem beantworten lassen. Je besser Ihre Erhebungen werden, desto fundiertere Beantwortungen werden Sie erhalten. 

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NPS, Net Promoter und Net Promoter Score sind eingetragene Marken von Satmetrix Systems, Inc., Bain & Company und Fred Reichheld.

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