Studie zur diagnostischen Praxis bei ADHS im Kindes- und Jugendalter des Projekts NESCADE

Das Projektziel von NESCADE ist die Entwicklung eines leitlinienorientierten, praxistauglichen Screening- und Diagnostikverfahrens auf Basis einer «kognitiv-auditiven EEG-Diagnostik« zur Früherkennung von ADHS von Kindern im Vorschulalter.

Eine Diagnose der Erkrankung ADHS ist oft zeitaufwändig, kostspielig und erst möglich, wenn Symptomverhaltensweisen etabliert sind. Eine frühzeitige Erkennung, Diagnosestellung und Therapie sind nur selten möglich. Späte Diagnosen jedoch führen bei Kindern im schulpflichtigen Alter häufig zu Problemen und können ihre Entwicklung beeinträchtigen. Im Rahmen des FuE-Kooperationsprojekts NESCADE wird daher ein EEG-basiertes Screening-Verfahren entwickelt, das eine frühzeitige und objektive Erkennung von ADHS ermöglicht. Konsortialführer und verantwortlich für die Produktentwicklung sowie Vermarktung des Medizinprodukts ist das Unternehmen neuroConn GmbH. Das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) übernimmt im Rahmen des Projekts die zentrale Verantwortung für die Entwicklung und Implementierung der KI-basierten Analysekomponente. Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität des Saarlandes bringt als spezialisierte Forschungseinrichtung für neuropsychiatrische Störungen im Kindes- und Jugendalter eine umfassende klinisch-wissenschaftliche Expertise in das NESCADE-Projekt ein. Das Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft ermittelt die nicht-technischen und nicht-medizinischen Gestaltungsanforderungen für den Entwicklungsprozess des Prototyps. Dies betrifft insbesondere die Gestaltung der Untersuchungsumgebungen, die Herstellung der Passfähigkeit des Systems und der eingesetzten Softwareoberflächen an die Prozesse in der pädiatrischen Versorgung sowie die kindgerechte Hardwaregestaltung.
Studieninformation
Diese Befragung untersucht das aktuelle diagnostische Vorgehen bei ADHS im Kindes- und Jugendalter. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Vorgehen im Vorschul- und Einschulalter sowie auf der möglichen Integration und Akzeptanz standardisierter Screeningverfahren in bestehende Abläufe. Die Teilnahme ist freiwillig und anonym . Die Bearbeitungsdauer beträgt ca. 15 Minuten.


Warum Ihre Teilnahme an der Studie wichtig ist:
Durch Ihre Teilnahme tragen Sie dazu bei, ein praxistaugliches und leitliniennahes Verfahren zur frühzeitigen Erkennung von ADHS zu entwickeln, das sich gut in die bestehenden Abläufe der kinder- und jugendärztlichen Versorgung integrieren lässt. Ihre Einschätzungen zu typischen diagnostischen Wegen, zu strukturellen Hürden und zu zeitlichen Ressourcen helfen uns zu verstehen, wie ein neues Screeningverfahren gestaltet sein muss, damit es im Alltag wirklich nutzbar ist. Auf dieser Grundlage kann ein EEG-basiertes Screening entstehen, das objektive Zusatzinformationen liefert, Ihre Diagnostik strukturiert unterstützt, Wartezeiten und Mehrfachvorstellungen reduziert und so langfristig zu einer Entlastung Ihrer Praxis und zu einer verbesserten Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS beiträgt.


Instruktion
Sie sind herzlich eingeladen, den Fragebogen in Ruhe und nach Ihrem persönlichen fachlichen Eindruck auszufüllen. Bitte beziehen Sie Ihre Antworten auf Ihre derzeitige diagnostische Praxis bei der ADHS-Diagnostik im Kindes- und Jugendalter. Bei Skalenfragen wählen Sie einfach die Antwortmöglichkeit, die Ihre Einschätzung am besten widerspiegelt; bei Fragen mit Mehrfachnennungen können Sie alle Möglichkeiten markieren, die auf Ihre Arbeit zutreffen. Offene Fragen können Sie gern in Stichpunkten oder in ganzen Sätzen beantworten – so, wie es für Sie am praktikabelsten ist. Es unterstützt die Aussagekraft der Studie sehr, wenn Sie möglichst viele Fragen beantworten.


Projektlaufzeit:
01.01.2026 bis 31.12.2027
Gefördert durch:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE)

Verantwortlich für die Studie:
Prof. Dr. Christine Groß

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Kirrberger Straße 100

66421 Homburg

E-Mail: christine.gross@uni-saarland.de



Kathleen Schwarz

Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft

Trillerweg 68

66117 Saarbrücken

E-Mail: schwarz@iso-institut.de
Modul 1: Allgemeine Fragen zur Praxisstruktur
1.Bitte kreuzen Sie an, um welche Praxisstruktur es sich bei Ihnen handelt. (Mehrfachnennung)
2.Bitte kreuzen Sie an, um welche Praxisform es sich bei Ihnen handelt
3.Diagnosestellung
4.In welcher Region befindet sich die Praxis?
5.Verfügt Ihre Praxis über ein eher regionales oder überregionales Einzugsgebiet?
Modul 2: Indikationsstellung und Zugangswege
6.Wer initiiert in der Regel die Diagnostik? (Mehrfachnennung möglich)
7.Wie hoch ist die durchschnittliche Wartezeit (Wochen/Monate) bis zum ersten Anamnese-Termin bzw. zum ersten Termin der Diagnosestellung bei Ihnen in der Praxis? (Wenn möglich bitte erläutern)
8.Was ist bei Ihnen die typische Altersgruppe bei der Diagnostik? (Mehrfachnennung möglich)
9.Wie wird bei Verdacht auf ADHS in Ihrer Praxis die Diagnosestellung vorbereitet bzw. unterstützt? (Merhfachnennung)
10.Wie ist die Geschlechterverteilung von Jungen und Mädchen mit Verdacht auf eine ADHS-Erkrankung in Ihrer Praxis? (ungefähr, in Prozent)
11.Statistisch betrachtet, werden Mädchen seltener mit ADHS diagnostiziert. Woran könnte das aus Ihrer Sicht liegen? (Mehrfachnennung)
12.Welche strukturellen Herausforderungen gibt es in Ihrer Region bei der ADHS-Diagnostik? (Mehrfachnennung)
13.Beschreiben Sie bitte die größten strukturellen Unterschiede im Rahmen der Diagnostik, die Sie zwischen Stadt und ländlichen Regionen erleben:
Modul 3: Diagnostisches Vorgehen
14.Orientieren Sie sich beim diagnostischen Vorgehen an der S3-Leitlinie ADHS?
15.Alle leitlinienempfohlenen diagnostischen Bausteine sind in meiner Praxis realistisch umsetzbar.
16.Folgende diagnostische Bausteine sind in meiner Praxis nicht umsetzbar:
17.Was sind Ihre regelmäßig eingesetzten diagnostischen Bausteine (Mehrfachnennung)?
18.Welche standardisierten Fragebögen verwenden Sie? (Mehrfachnennung)
19.Findet bei Ihnen in der Praxis eine routinemäßige EEG-Untersuchung zur Differenzialdiagnostik statt?
20.Bitte benennen Sie die durchschnittliche Dauer der kompletten Diagnosestellung bei Kindern und Jugendlichen.
Modul 4: Soziale Faktoren und Interaktion
21.Wie beurteilen Sie die Kooperationsbereitschaft der Sorgeberechtigten im Rahmen des Diagnoseprozesses?
22.Was könnten mögliche Gründe für eine geringe Kooperationsbereitschaft der Sorgeberechtigten im Rahmen der Diagnostik sein? (Mehrfachnennung)
23.Welche der folgenden sozialen Faktoren haben Ihrer Erfahrung nach Einfluss auf die ADHS-Diagnosestellung von Kindern und Jugendlichen?
Sprachbarrieren
Geringe Gesundheitskompetenz
Finanzielle Belastung
Niedriger sozioökonomischer Status
Migrations- oder Fluchterfahrung
Unsicherer Aufenthaltsstatus
Fehlender Zugang zu Beratung / Unterstützung
Soziale Faktoren
24.Welche Maßnahmen helfen aus Ihrer Sicht, die Kooperationsbereitschaft der Sorgeberechtigten zu erhöhen? (Mehrfachnennung)
Modul 5: Komorbiditäten
25.Prüfen Sie im Rahmen der Diagnosestellung systematisch auf weitere mit ADHS assoziierte Begleiterkrankungen?
26.Wenn ja, Erfolgt bei Ihnen die Abklärung folgender Begleiterkrankungen (Mehrfachnennung)?
27.Wird im Rahmen der Diagnosestellung auch immer auf somatische Erkrankungen wie z. B. Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangelanämie, Schlafstörungen (z. B. Schlaf-Wach-Rhythmus), Epileptische Anfälle, Anämie, Hypoglykämie?
Modul 6: Behandlungsoptionen
28.Welche Therapie empfehlen Sie bei bestätigter ADHS-Diagnose für Kinder bis 11 Jahre? (Mehrfachnennung)
29.Welche Therapieformen empfehlen Sie bei bestätigter ADHS-Diagnose für Jugendliche ab 12 Jahren?
Modul 7: Versorgungsrealität
30.Bei wie vielen Kindern/Jugendlichen mit ADHS-Verdacht wird die Diagnose in Ihrer Praxis bestätigt?
31.Wie bewerten Sie die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Personen und Institutionen im Rahmen der ADHS-Diagnostik?
Antwortmöglichkeiten
Kinder- / Jugendpsychiatrie
Pädiatrie / Kinderarztpraxen
Psychotherapeutische Praxen
Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) Schulen / Lehrkräfte
Kinder- und Jugendämter
Kitas / Erzieher:innen
Medizinische Versorgungszentren (MVZ)
Eltern / Sorgeberechtigte
Modul 9: Ihre Einschätzung zur Integration eines EEG-Screenings basierend auf auditorisch evozierten Potentialen in die ADHS-Diagnostik
A. Diagnostische Praxis und Unsicherheiten (Ist-Zustand)
32.Wie häufig erleben Sie Unsicherheiten in Ihrer Praxis im Rahmen der ADHS-Diagnostik?
33.Wie groß schätzen Sie den Anteil diagnostisch unsicherer Fälle in Ihrer Praxis?
34.In welchen Konstellationen treten diagnostische Unsicherheiten besonders auf? (Mehrfachnennungen)
35.Welche Aspekte der aktuellen ADHS-Diagnostik empfinden Sie als besonders herausfordernd? (Mehrfachnennung)
B. Vertrautheit mit neurophysiologischen Verfahren
36.Wie vertraut sind Sie mit neurophysiologischen Verfahren (z. B. EEG)?
C. Nutzen eines EEG-basierten Screenings (problembezogen)
37.Inwiefern könnte ein EEG-basiertes Screening die folgenden Herausforderungen der ADHS-Diagnostik adressieren?
Sehr hilfreich
Eher hilfreich
Teils/teils
Eher nicht hilfreich
Überhaupt nicht hilfreich
Reduktion subjektiver Einschätzungen
Erhöhung diagnostischer Sicherheit im Vorschulalter
Unterstützung bei uneindeutiger Symptomatik
Klärung bei widersprüchlichen Fremdbeurteilungen
Unterstützung der Differenzialdiagnostik
Zeitliche Entlastung diagnostischer Prozesse
Früherkennung vor eindeutiger klinischer Manifestation
38.In welchen der folgenden Situationen würde ein objektivierendes Verfahren wie EEG aus Ihrer Sicht den größten Mehrwert bieten? (Mehrfachnennung)
D. EEG als Grundlage für Intervention
39.Inwiefern sehen Sie Potenzial für ein EEG-basiertes Screening als Grundlage für frühzeitige, individualisierte Interventionen?
Sehr hilfreich
Eher hilfreich
Teils/teils
Eher nicht hilfreich
Überhaupt nicht hilfreich
Ableitung spezifischer Förderbedarfe
Auswahl passender Trainings (z. B. Aufmerksamkeit, auditorisch-basierte Verfahren)
Frühzeitige Prävention vor ausgeprägter Symptomatik
Unterstützung der Therapieplanung
Monitoring von Interventionseffekten
Monitoring von Verlaufsveränderungen
40.Welche konkreten Interventionen könnten Sie sich auf Basis eines solchen Screenings vorstellen?
E. Implementierung und Anwendung
41.In welche Untersuchungsform könnte ein EEG-Screeningverfahren zur ADHS-Früherkennung integriert werden? (Mehrfachnennung
42.Was wäre Ihrer Ansicht nach ein geeigneter primärer Einsatzzeitpunkt eines EEG-Screenings?
43.Wie schätzen Sie die akzeptable Untersuchungsdauer für ein EEG-Screening bei Kindern (5–7 Jahre) ein?
44.Welche Voraussetzungen müsste ein solches Screening aus Ihrer Sicht erfüllen?
F. Akzeptanz bei Kindern
45.Wie bewerten Sie die folgenden Maßnahmen im Hinblick auf die Akzeptanz von EEG-Screenings bei Kindern? (Umgebungs-/Technikfaktoren)
Sehr hilfreich
Eher hilfreich
Teils/teils
Eher nicht hilfreich
Überhaupt nicht hilfreich
Kurze Untersuchungsdauer (<10 Minuten)
Bekannte Untersuchungsumgebung (Praxisraum statt Labor)
Kindgerechtes Design der EEG-Hardware
Minimale Elektrodenanzahl
Ruhige, nicht bedrohliche Atmosphäre
standardisierte kindgerechte auditive Stimuli (z. B. Geschichten/Sounds)Kindgerechte auditive Inhalte (Geschichten/Songs)
46.Wie bewerten Sie die folgenden Maßnahmen im Hinblick auf die Akzeptanz von EEG-Screenings bei Kindern? (Personelle Faktoren)
Sehr hilfreich
Eher hilfreich
Teils/teils
Eher nicht hilfreich
Überhaupt nicht hilfreich
Erfahrenes, kindgerechtes Fachpersonal
Zwei Betreuungspersonen (Messung + Betreuung)
Vorbereitung durch Kita-/Schulpersonal
Vertraute Bezugspersonen
47.Wie bewerten Sie die folgenden Maßnahmen im Hinblick auf die Akzeptanz von EEG-Screenings bei Kindern? (Prozessfaktoren)
Sehr hilfreich
Eher hilfreich
Teils/teils
Eher nicht hilfreich
Überhaupt nicht hilfreich
Vorab-Demonstration ohne Messung
Belohnungssystem
Flexible Terminplanung
Spielerische Vorbereitung (z. B. „Spielzeug-EEG“)
Abbruchmöglichkeit jederzeit
48.Wie bewerten Sie die folgenden Maßnahmen im Hinblick auf die Akzeptanz von EEG-Screenings bei Kindern? (Elternbezogene Faktoren)
Sehr hilfreich
Eher hilfreich
Teils/teils
Eher nicht hilfreich
Überhaupt nicht hilfreich
Aufklärung der Eltern vorab
Eltern als unterstützende Begleitperson
Gemeinsame Vorbereitung von Eltern und Kind