Dave Goldberg: “Finding the Voice in Big Data”

davegoldberg keynoteUnser SurveyMonkey-CEO Dave Goldberg hat heute auf der CeBIT in Hannover eine Keynote mit dem Titel “Finding the Voice in Big Data“ gehalten. Wichtig war ihm herauszustellen, dass der abflachende Hype rund um Big Data nichts mit einer schwindenden Relevanz zu tun hat, sondern dass das Thema umgedacht werden muss.

Mit etwas mehr Erfahrung im Umgang mit Big Data ist auf Unternehmenseite oft ein realistischerer Blick entstanden – und zudem ein pragmatischerer Umgang mit dieser Technologie. Nun müsse herausgefunden werden, welche Methode sich am besten eigne, um das bestmögliche aus Big Data herauszuholen.

Bislang wurden häufig implizite Daten ausgewertet. Diese Herangehensweise hat mehrere Effekte inne. So assoziieren viele User diese Art des Datensammelns mit “Big Brother” und ähnlichem – und fühlen sich dabei unbehaglich. Schließlich wissen zum Beispiel Kreditkartenunternehmen manchmal noch vor dem Ehepartner, dass eine Scheidung ansteht; einfach aufgrund eines veränderten Konsumverhaltens des Kartenbesitzers (wie vermehrte Hotelrechnungen in der eigenen Stadt und plötzliche Besuche eines Fitnessstudios).

Doch kann dieses Sammeln und Auswerten impliziter Daten auch gehörig in die Irre führen. Der eigene Suchverlauf auf Amazon zum Beispiel verweist ja nicht unbedingt auf die eigenen Interessen; der Onlineshop kann nun einmal nicht unterscheiden, ob zum Beispiel ein bestimmter Artikel für sich selbst oder als Geschenk bestellt oder gesucht wurde.

Deshalb sei es wichtiger denn je, sich mit expliziten Daten zu beschäftigen. Denn hierbei handele es sich um Antworten, die freiwillig von einzelnen Menschen in einem bestimmten Kontext gegeben werden. Und es wird denjenigen zugehört, denen das Thema besonders am Herzen liegt – wie zum Beispiel den eigenen Kunden.

Hier findest Du eine Aufzeichnung dieser Keynote.

Beim anschließenden Kitchentalk stellte sich Dave Goldberg Fragen zum Thema “The Future Of Everything”.

Die Zukunft vorhersagen zu wollen, sei ein gefährliches Unterfangen, das lieber Science-Fiction-Autoren vorbehalten sein sollte. Jedoch könne man natürlich über Umfragen kleine Einsichten bekommen, was ja auch zum Beispiel Wahlprognosen beweisen würden. Und selbstverständlich gäbe es Trends, die man im Vorfeld erkennen könne – wie zum Beispiel, dass lokale Tageszeitungen wohl kaum die nächsten zehn Jahre überleben würden. Manchmal müsse für einen Blick in die Zukunft auch einfach mal über den eigenen Tellerrand geschaut werden. Innovationen fänden schließlich nicht nur im Silicon Valley statt: Die künftige Bedeutung des Gamings würde sich bei der Beobachtung Südkoreas erschließen, wo Videospiele längst als Publikumssport angesehen werden. Doch, und das war Goldberg wichtig zu betonen: Es sind einfach nicht immer zutreffende Prognosen möglich. Und so kann – zum Beispiel bei Unternehmensgründungen – ein Scheitern nicht ausgeschlossen werden. Doch sei genau dieses Scheitern oft eine Tugend. Und dies dürfe niemals aus den Augen verloren werden.

Hinterher hat Dave Goldberg mit Ingo Stoll von neuwaerts.fm über seinen Vortrag, Unternehmertum, das Silicon Valley und seine Prognosen bezüglich der digitalen Zukunft gesprochen – das Interview kannst Du hier hören:

Tags: , , ,

Inspiriert? Mach Deine eigene Umfrage!

Inspiriert? Mach Deine eigene Umfrage!

Hinterlassen Sie einen Kommentar