Abkürzungen sind Zeitverschwendung

shortcutAbkürzungen zu nehmen, hat definitiv einen eigenen Reiz. Aber sie in Umfragen anzuwenden, endet eigentlich immer in einem Desaster.

Hier zeigen wir Dir die drei häufigsten Abkürzungen, die wir immer wieder in Umfragen sehen – und erklären zugleich, warum Du sie nicht benutzen und was Du stattdessen tun solltest.

 

1. Einfach mal alles und nichts fragen (Teil 1)

Die Entschuldigung: Du weißt nicht, was Du fragen sollst. Deshalb fragst von allem ein wenig.

Das Problem: Wenn Du schon nicht weißt, warum Du die jeweiligen Fragen stellst, werden es Deine Teilnehmer genauso wenig wissen. Lange Umfragen ohne einen wirklichen Zusammenhang sind frustrierend und verwirren Deine Teilnehmer. Und wenn Umfrage-Teilnehmer frustriert und verwirrt sind, ist es wahrscheinlicher, dass sie die Umfrage abbrechen oder wahllos antworten – anstatt weiterhin konzentriert an Deiner Umfrage teilzunehmen. Und das ist für Dich von Nachteil: Zum einen wird es länger dauern, bis Du all Deine Daten zusammen hast, zum anderen nimmt so die Daten-Qualität ab. Außerdem: Wenn Du verschiedene Themenbereiche mit Deinen Fragen bloß streifst, bedeutet das, dass Du bei keinem wirklich in die Tiefe gehst. Somit verspielst Du Dir die Möglichkeit, wirklich hilfreiche Erkenntnisse über einen Sachverhalt zu bekommen.

Die Lösung: Wähle ein Ziel aus. Aber wirklich nur eines. Wie zuvor erwähnt, ist eine grundlegende Forschungsfrage unvorstellbar wichtig. Und es ist ebenso wichtig, dass Du nur eine solche Frage pro Umfrage hast. Gibt es einen zusätzlich Themenbereich, über den Du mehr erfahren möchtest? Dann erstelle eine weitere Umfrage.

2. Einfach mal alles und nichts fragen (Teil 2)

Die Entschuldigung: Du weißt nicht genau, was Du fragen willst? Dann halte Deine Fragen ungenau und allgemein.

Das Problem: Vergleichbar mit unserem ersten Beispiel stellen Leute gerne allgemeine Fragen wie „Sind Sie zufrieden mit dieser Dienstleistung?“ Das Problem daran ist, dass die Umfrage-Teilnehmer nicht wissen, was damit genau gemeint ist – so dass jeder beim Beantworten etwas anderes im Kopf hat. So öffnest Du Tor und Tür für beliebige Antworten, die Deine Daten verzerren. Der eine denkt vielleicht, Du meinst das Preis-Leistungs-Verhältnis Deiner Dienstleistung, der andere geht auf die Qualität ein – und der nächste bricht die Teilnahme an Deiner Umfrage frustriert ab, weil er keine Ahnung hat, was Du bitteschön meinst.
Damit verhinderst Du, auf Deinen gesammelten Daten basierend fundierte Entscheidungen treffen zu können. Falls jemand angibt, mit Deiner Dienstleistung nicht zufrieden zu sein – was willst Du dann daraufhin ändern?

Die Lösung: Vermeide dieses Kuddelmuddel, indem Du Deine Fragen konkret und fokussiert stellst. Wie zuvor schon erwähnt: Wenn Du stringent und bestimmt Deine Fragen stellst, bleiben Du und Deine Teilnehmer fokussiert und Deine Daten-Qualität hoch.

3. Es Dir so einfach wie möglich machen

Hier sind ein paar Fragetypen, bei denen Du sehr aufpassen solltest:

Matrix-Fragen
Ja/Nein
Offene Fragen
Alle Auswählen
Ranking

Die Entschuldigung: Diese Fragetypen wurden nun einmal entwickelt, um Dir als Ersteller von Umfragen das Leben zu erleichtern.

Das Problem: Eigentlich solltest Du Dir ja beim Erstellen Deiner Umfrage Mühe geben. Stattdessen müssen das nun Deine Teilnehmer. Und das nur dank dieser Fragentypen. Das ist nicht nur unfair und einfach nicht besonders nett – Deine Teilnehmer werden auch rebellieren, indem sie weniger aufmerksam Deine Fragen beantworten. Ausserdem wirst Du so nicht ihre wahren Einstellungen erfahren. Und das ist nicht gut.

Die Lösung: Klick Dich mal durch die obigen Links, da erfährst mehr über den besseren Umgang mit diesen Fragetypen. Und merke Dir eine Grundregel: Arbeite am besten mit der Likert Skala. Warum? Dieser Fragetyp funktioniert wie eine Unterhaltung – und das bringt Deine Teilnehmer dazu, fokussiert zu bleiben. Hier findest Du mehr zu diesem Thema.

Zusammengefasst: Werde nicht nachlässig beim Erstellen Deiner Umfragen. Und versuch einfach keine Abkürzungen zu nehmen. Steck ein bisschen mehr Zeit in den Entwurf Deiner Umfrage, so dass Deine Teilnehmer ohne große Mühe quasi hindurch gleiten. Die Auswertung wird dafür um so leichter, versprochen!

Hast Du Fragen oder Anmerkungen zu diesem Thema? Dann hinterlasse uns doch einfach einen Kommentar!

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Ein Kommentar

  1. Bleichert says:

    Der Hinweis auf die Likert-Skala ist natürlich berechtigt. Trotzdem gibt es gute Gründe, eine gerade Anzahl von Stufen anzubieten: – 5 oder 7 Stufen verstärken die Tendenz, sich nicht zu entscheiden.und bringen dann ein wenig aussagekrfätiges Ergebnis
    – bei manchen Fragen gibt es keine mittlere Position
    – Befragte interpretieren die mittelere Antwort als “weiß nicht”. Das würde die Berechnung eines Durchschnittswertes verfälschen.

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