Warum zu viele Antworten keine Lösung sind

Wir haben auf diesem Blog viel Zeit darauf verwandt zu vermitteln, dass eine gute Umfrage wie eine gute Unterhaltung funktioniert. Nun, in diesem Beitrag schränken wir diese These wieder ein wenig ein. Denn manchmal tappen User in die Falle, ihre Umfrage zu sehr wie eine Unterhaltung zu gestalten. Das ist bisweilen ein wenig problematisch, da es in Umfragen im Gegensatz zu richtigen Unterhaltungen keine Möglichkeit gibt nachzuhaken – weshalb Du alle Fragestellungen auf Anhieb richtig verstehen musst.

Steigen wir doch mit einem Beispiel ein: Nehmen wir mal an, dass David ein Immobilienbüro betreibt und sichergehen will, dass seine Agenten bei den Kunden gut ankommen. Er trifft die Entscheidung, sich direkt an die Kunden zu wenden, um ihre Bedürfnisse herauszufinden. Deshalb stellt er ihnen die folgende Frage, bei der seine Kunden alle Antworten, die bei ihnen zutreffen – also 0 bis fünf – ankreuzen können:

selectall_eigenschaftengeschlossene Fragen besonders gut eignen.

Nun, David, wir möchten Dich ja nicht enttäuschen – aber diese Art von Fragestellung birgt ein paar Probleme.

1. Die Teilnehmer schweifen ab

Warum? Nun, diese Frage ist ein wenig kompliziert. David denkt vielleicht, er hätte fünf Fragen in einer abhandeln können … aber vertraut uns: So etwas bemerken Umfrage-Teilnehmer. Eine Frage, bei der alle Antworten angeklickt werden können, zu beantworten kann sowohl kompliziert als auch ermüdend sein. Und wenn etwas kompliziert und ermüdend wird, hören Umfrage-Teilnehmer auf, wirklich aufmerksam zu sein. Wenn also ein Teilnehmer null bis fünf Kästchen anklicken kann, denkt er nicht mehr wirklich über jede einzelne Antwort nach und ist wahrscheinlich nur noch gelangweilt vom Kästchen klicken. Was das unterm Strich heißt? Die Möglichkeit, alle Antworten anklicken zu können, kann die Qualität Deiner Daten ganz schön verschlechtern.

2. Die Analyse ist schwieriger

Warum? Wenn Umfrage-Teilnehmer mehr als eine Antwort pro Frage auswählen können, kann die Analyse dieser Daten schnell schwieriger werden. Wenn du ein Thema nach dem anderen abhandelst, ist es ein Leichtes, Deine Daten zu analysieren. Schließlich erhältst Du für jeden Punkt vergleichbare Antworten, kannst demnach dein Zahlenmaterial einfach vergleichen und bist dann auch schon fertig mit Deiner Analyse. Mit der Möglichkeit, verschiedene Antworten zu geben, wie David es getan hat, hast Du keine Chance, die Wertigkeit der einzelnen Antworten untereinander herauszufinden. So kann er die einzelnen Werte nur als Prozentzahlen behandeln.

3. Die nächsten Schritte sind nicht klar

Warum? Wenn Du nicht weißt, wie die Relationen innerhalb der einzelnen Werte sind, weißt Du auch nicht, wo drauf Du anschließend Deinen Fokus legen sollst. In Davids Fall heißt das: Es ist zwar schön zu wissen, dass seinen Teilnehmern Ehrlichkeit, Freundlichkeit und Intelligenz wichtig sind, er kennt aber keinerlei Priorität. Deshalb weiß er nun auch nicht, an welcher Stelle er anfangen soll, wenn er sein Unternehmen verbessern möchte. Denn auch wenn 70 Prozent der Teilnehmer ankreuzen, dass ihnen Freundlichkeit wichtig ist und 50 Prozent, dass sie Wert auf Ehrlichkeit legen, heißt das nicht, dass David unbedingt an erster Stelle für mehr lächelnde Angestellte sorgen soll. Schließlich sagen diese Zahlen nichts darüber aus, wie wichtig den Teilnehmern diese Werte sind, also ob vielleicht den 50 Prozent Ehrlichkeit sehr wichtig ist – und den 70 Prozent Freundlichkeit nur wichtig. Deshalb sind diese Zahlen für ihn keine große Hilfe.

Was kann David besser machen?

Davis sollte seine eine Frage in fünf verschiedene Fragen aufteilen – und dabei bei jeder Frage über eine Likert-Skala die Wichtigkeit der einzelnen Werte der Befragten abklopfen. Wie hier zum Beispiel:

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Bei Deiner nächsten Umfrage kannst Du aus Davids Fehlern lernen. Lass Fragen, bei denen alle Antworten angeklickt werden können, einfach beiseite und brich sie lieber auf verschiedene Fragestellungen herunter. Dann bleiben Deine Umfrage-Teilnehmer fokussierter, Deine Analyse wird einfacher und auch die nächsten Schritte nach Deiner Umfrage werden klar. Somit ist das eines unserer Geheimrezepte für den Weg hin zu einer erfolgreichen Umfrage!

Sind bei Dir noch Fragen offen geblieben? Du weißt ja, wo Du uns findest!

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