Satisficing oder die Unlust, an Umfragen teilzunehmen

monkeyMachen wir uns nichts vor: Niemand wacht morgens auf und denkt: „Oh, hoffentlich kann ich heute an einer Umfrage teilnehmen!“

Warum nicht? Nun, weil wir dafür Zeit investieren und nicht unmittelbar etwas zurück bekommen. Derjenige, der die Umfragen erstellt, sammelt die Daten und die Ergebnisse – und diese werden manchmal nicht einmal veröffentlicht und im Normalfall nicht direkt jedem einzelnen Teilnehmer mitgeteilt. Außerdem werden wir ständig nach unserer Meinung zu den unterschiedlichsten Themen gefragt – ob im Supermarkt, im Flugzeug oder nach dem Beenden einer Online-Banking-Session. Da lässt die eigene Bereitschaft schon mal nach.

Dieses Phänomen hat übrigens schon einen eigenen Namen: Satisficing. Dieser Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern satisfying (=befriedigend) und suffice (=genügen) zusammen. Um Satisficing in Deinen Umfragen auszuschließen, solltest du das Prinzip erst mal verstehen. Am besten kann man Satisficing über sein Gegenteil, das Optimizing erklären.

Beim Optimizing sind Teilnehmer über vier Schritte in die Umfrage eingebunden:

1. Interpretation der Frage
2. Nachdenken über relevante Informationen
3. Zusammenfassen dieser Informationen in einem Urteil
4. Mitteilung des Urteils

Wenn ein Teilnehmer Schritt zwei oder drei nur halbherzig absolviert, fällt er unter die Kategorie schwacher Satisficer. Diejenigen, die Schritt zwei oder drei direkt auslassen, sind starke Satisficer.

So betrachtet ergibt sich ein Bild, das suggeriert, wir hätten es mit „guten“ und „schlechten“ Teilnehmern zu tun und dass wir uns eben damit abfinden müssten. Diese Bewertung wäre aber nicht wirklich fair und auch ineffizient. Warum? Weil sich Deine anfangs hoch motivierten Teilnehmer durch ungünstig gestellte Fragen von Optimizern in Satisficer verwandeln können.

Aber wie vermeidest du ungünstige Fragen? Die Antwort bekommst du in unserem Blogbeitrag So stellst du die richtigen Fragen! Und behalte einfach stets im Hinterkopf, wie schnell Optimizer zu Satisficern werden – wenn Du es zulässt. Je stringenter, durchdachter und unkomplizierter Deine Umfrage ist, desto mehr Teilnehmer geben sich bei der Beantwortung tatsächlich Mühe. Versprochen!

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Inspiriert? Mach Deine eigene Umfrage!

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4 Kommentare

  1. […] ersten drei Optionen haben ein gemeinsames Hauptproblem: Sie erzeugen Satisficing. Wenn Leute an Deiner Umfrage teilnehmen, wünschst Du Dir ja, dass sie jede Frage sorgfältig […]

  2. […] Satisficing. Die Befragten beginnen mit der ersten Möglichkeit und fragen sich, aus welchen Gründen Harry […]

  3. […] so kurz wie möglich. Damit reduzierst Du die Abbrecherquote unter Deinen Teilnehmern und beugst Satisficing vor. Ideal wäre es, wenn Deine Umfrage nicht mehr als 30 Sekunden in Anspruch nehmen würde. Trotz […]

  4. […] In der Welt der Umfragen werden solche Fragetypen Matrix oder Raster genannt. So harmlos sie auf den ersten Blick aussehen mögen: Sie sind einer der häufigsten Gründe fürs Satisficing. […]

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